Bildgestützte Brachytherapie am Dresdner Uniklinikum: Höhere Präzision durch 3-D-Planung
Die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus erweitert mit der Inbetriebnahme einer modernen bildgestützten Brachytherapieanlage sein Therapiespektrum. Bei der Brachytherapie werden kleine Strahlenquellen direkt an den Tumor gebracht. Dank der neuen Anlage, die mit einem fahrbaren Computertomographen kombiniert ist, können Patienten präziser behandelt werden als mit der herkömmlichen Brachytherapie. In der Startphase wird die Methode vor allem Patienten angeboten, die an Tumoren des weiblichen Beckens leiden oder bei denen nach vorangegangener Strahlentherapie an gleicher Stelle erneut ein Tumor aufgetreten ist.
Der Begriff Brachytherapie leitet sich von dem griechischen Wort brachys ab, was übersetzt kurz oder nah bedeutet. Und genau das kann die gleichnamige Therapie leisten. Feine Katheter werden in unmittelbarer Nähe zum Tumorgewebe platziert. In diese Schläuche wird dann im sogenannten Nachladeverfahren automatisch eine kleine Strahlungsquelle eingefahren. Mithilfe einer Computersteuerung bewegt sich die Strahlenquelle dort je nach gewünschter Intensität langsamer oder schneller durch den Tumor und sorgt so für die Bestrahlung. Bislang wird die Brachytherapie, die in Sachsen an mehreren Orten mit hoher Kompetenz angeboten wird, meist dann angewandt wenn ein Hohlorgan, zum Beispiel der weibliche Genitaltrakt, vom Tumor betroffen ist. Die Brachytherapie ist eine sinnvolle Ergänzung zur modernen konformalen Strahlentherapie von außen, die heute den Goldstandard der Strahlenbehandlung bei den meisten Krebserkrankungen darstellt.
Die Besonderheit der neuen Dresdner Brachytherapie-Anlage ist, dass sie über einen angeschlossenen fahrbaren Computertomographen (CT) im Beshandlungsraum verfügt. Damit können direkt bei der Bestrahlung bei liegenden Brachytherepiesonden hochauflösende Aufnahmen vom Tumor und von gesunden Organen in der Umgebung erzeugt werden. Anhand dieser Bilder wird die „Fahrt“ der Strahlenquelle durch das Tumorgewebe genau programmiert. Hierdurch kann die gewünschte Dosis im Tumor präzise und dreidimensional verabreicht werden und gleichzeitig das gesunde umliegende Gewebe optimal geschont werden.
Quelle: Pressemeldung des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden vom 8.12.10
