Biotech Netzwerk Sachsen

01.06.2010

DFG fördert acht neue Sonderforschungsbereiche in den Biowissenschaften

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zum 1. Juli 2010 zwölf weitere Sonderforschungsbereiche (SFB) ein, allein acht davon im Gebiet der Lebenswissenschaften. Dies beschloss jetzt der zuständige Bewilligungsausschuss auf seiner Frühjahrssitzung in Bonn. Die neuen SFB werden mit insgesamt 112 Millionen Euro zunächst vier Jahre lang gefördert:

Die acht SFB aus den Lebenswissenschaften im Einzelnen:

  • Der SFB/TRR 84 „Angeborene Immunität der Lunge: Mechanismen des Pathogenangriffs und der Wirtsabwehr in der Pneumonie“ will molekulare Abläufe von Entzündungen und Abwehrreaktionen erforschen und so Wege für neue Therapiestrategien abseits der bekannten Antibiotika ebnen. (Sprecherhochschule: HU und FU Berlin als Trägerinnen der Charité – Universitätsmedizin Berlin)
  • Die genauen Mechanismen der Sinneswahrnehmung bei Wirbeltieren sind der Untersuchungsgegenstand des SFB 874 „Integration und Repräsentation sensorischer Prozesse“. Mit einer systemorientierten neurowissenschaftlichen Strategie sollen wesentliche Aspekte der sensorischen Verarbeitung erforscht werden. (Sprecherhochschule: Ruhr-Universität Bochum)
  • Ein umfassendes materialwissenschaftliches Konzept für neuartige Implantate ist das langfristige Ziel des SFB/TRR 79 „Werkstoffe für die Geweberegeneration im systemisch erkrankten Knochen“. Mit ihm soll die lokale Bildung eines stabilen Knochenersatzes bei Osteoporose und Krebserkrankungen ermöglicht werden. (Justus-Liebig-Universität Gießen)
  • Um das Verständnis der molekularen Funktion des Chromatins geht es dem deutsch-niederländischen SFB/TRR 81 „Chromatin Changes in Differentiation and Malignancies“. Er setzt sich zum Ziel, die Rolle von Chromatin-Veränderungen bei normalen Zellveränderungen und bei der Entwicklung von bösartigen Tumoren zu untersuchen. (Justus-Liebig-Universität Gießen)
  • Der SFB 860 „Integrative Strukturbiologie dynamischer makromolekularer Komplexe“ will die Dynamik von makromolekularen Komplexen auf Grundlage ihrer dreidimensionalen Strukturen, der Veränderungen der Zusammensetzung und Konformation, der Interaktion mit anderen biologischen Großmolekülen sowie den Veränderungen bezüglich der räumlichen und zeitlichen Lokalisierung in der Zelle untersuchen. (Georg-August-Universität Göttingen)
  • Der SFB 900 „Chronische Infektionen: Mikrobielle Persistenz und ihre Kontrolle“ widmet sich der Frage, auf welche Weise bestimmte Bakterien und Viren ihr langfristiges Überleben auf dem Wirt bewerkstelligen. Langfristig sollen damit neue therapeutische Angriffspunkte gefunden werden. (Medizinische Hochschule Hannover)
  • Die Entschlüsselung molekularer Steuerungsmechanismen von Selbsterneuerung und Differenzierung adulter Stammzellen ist das übergeordnete Ziel des SFB 873 „Maintenance and Differentiation of Stem Cells in Development und Disease“. Hierfür werden die Kontrollmechanismen der Selbsterneuerung in verschiedenen Modellsystemen untersucht.(Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)
  • Der SFB 877 „Proteolyse als regulatorisches Ereignis in der Pathophysiologie“ beschäftigt sich mit Signalwegen im Zellinneren und zwischen Zellen, die durch die irreversible Spaltung von Proteinen ausgelöst werden. Die Erforschung dieser Spaltungsvorgänge soll weiter aufklären, wie diese Vorgänge an der Entstehung von Krankheiten und Entzündungen beteiligt sind, um mit diesen Kenntnissen neue Therapien zu entwickeln. (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

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