Internationale Schlaganfallforscher treffen sich in Rostock – Leipziger und Magdeburger Wissenschaftler organisieren Symposium zu Neuroprotektion udn Neuroreparatur
Weltweit befinden sich zahlreiche Forschungsgruppen auf der Suche nach neuen Behandlungs- und Therapieansätzen für Schlaganfallpatienten. Dabei stehen vor allem die Regenerationsfähigkeit des Gehirns, die Einsatzmöglichkeiten von Stammzellen, Stoffwechselprozesse sowie die Weiterentwicklung modernster Bildgebungsverfahren im Fokus der Wissenschaftler. Auch Dr. Johannes Boltze, der mit seiner Leipziger Arbeitsgruppe stammzellbasierte Therapieansätze erforscht, gehört zu diesem Kreis.
Unterstützt durch das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) der Universität Leipzig erforscht der Mediziner am Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) seit einigen Jahren die Wirkung von Stammzellen auf die Regeneration von geschädigtem Gehirngewebe. In präklinischen Untersuchungen konnte die Gruppe beobachten, dass im Tiermodell das Injizieren von Stammzellen nach einem Schlaganfall die Folgeschäden des Schlaganfalls reduzieren kann. „Das sind ermutigende Ergebnisse der Leipziger Forscher, die allerdings noch die klinische Prüfung bei menschlichen Patienten bestehen müssen,“ sagt Prof. Frank Emmrich, Direktor des TRM Leipzig und Leiter des Fraunhofer Instituts IZI.
Um aktuelle Ergebnisse in der experimentellen Neurologie unter führenden Forschern und Klinikern zu diskutieren, organisieren die Magdeburger und Leipziger Kollegen gemeinsam das 6. Internationale Symposium „Neuroprotection and Neurorepair“. „Wir haben diese Konferenz-Serie bereits 1999 gestartet, also zu einer Zeit als die Pharma-Industrie ihre Hoffnung auf einen schnellen Erfolg bei der Medikamenenten-Entwicklung bereits aufgegeben hatte“, berichtet Prof. Georg Reiser. Als das „Magdeburger Symposium“ mit langjähriger erfolgreicher Tradition auf dem Gebiet der Schlaganfallforschung genießt es unter den Kollegen weltweit einen exzellenten Ruf. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass möglicherweise eine Kombination von Nervenzellschutz und Transplantation von pluripotenten Stammzellen sinnvoll sein könnte“, so erläutert Prof. Klaus Reymann vom Leibnitz-Institut für Neurobiologie Magdeburg. Vom 1. bis zum 4. Oktober 2010 treffen sich circa 250 Wissenschaftler aus international führenden Laboren. Sie alle erforschen neuartige Therapieansätze für den Schlaganfall oder sind grundlegenden Erkenntnissen über die Durchblutung des Gehirnes auf der Spur.
Mehr…
