Kapital für Dresdner Unternehmen Caterna GmbH
Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und der Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) investieren rund 650 Tsd. Euro in die Caterna GmbH. Die Investition dient zur Finanzierung des Markteintrittes sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für weitere Anwendungen mit der telemedizinischen Therapiesoftware im Bereich der Augenheilkunde.
Die Caterna GmbH, eine Ausgründung aus der TU Dresden, entwickelt und vertreibt eine Softwarelösung, mit der sich Fehlsichtigkeiten korrigieren lassen. Für die erste Anwendung, Amblyopie, kann das Unternehmen ausgewählten Augenärzten bereits zu Beginn 2011 eine Therapiesoftware zur Verfügung stellen. Bei der Amblyopie handelt es sich um eine Sehschwäche, die auf eine nichtreguläre Informationsverarbeitung im Gehirn zurückzuführen ist. Sie wird bei Kindern in der Regel durch das Tragen einer Augenklappe behandelt – die sogenannte Okklusionstherapie. Das Auge der jungen Patienten muss oft für mehrere Jahre abgedeckt werden – eine unbeliebte Methode, mit der eine Stigmatisierung der Kinder einhergeht. Caternas Behandlungsmethode stößt bei den Patienten auf deutlich mehr Akzeptanz und kann dafür sorgen, auf die Augenklappen teilweise zu verzichten bzw. die Tragezeit zu verkürzen.
Unter Leitung des Wissenschaftlers Dr. Uwe Kämpf wurde seit Mitte der 1990er Jahre an der TU Dresden die neurostimulatorische Behandlungsmethode der Caterna entwickelt, die sich auf eine spezielle Softwarelösung stützt. Im Rahmen der Gründerinitiative Dresden-Exists wurde ein Team aufgebaut, das den Transfer von der Forschung in die Wirtschaft mit Erfolg umgesetzt hat. „Mittels unserer Software können Kinder, die von Amblyopie betroffen sind, spielerisch therapiert werden – im wahrsten Sinne des Wortes“, so Sascha Seewald, Geschäftsführer der Caterna. „Wir haben kindgerechte Computerspiele derart modifiziert, dass die Sehfähigkeit der jungen Patienten nachweislich schneller und besser behandelt wird als mit der herkömmlichen Okklusionstherapie allein“. Hierbei wird durch das im Vordergrund ablaufende Computerspiel die Aufmerksamkeit der jungen Patienten gebunden und die Koordinationsleistung des Gehirns gefordert. Im Hintergrund läuft ein driftendes Wellenmuster, welches für die Neurostimulation der Sehfähigkeit sorgt.
„Die innovative Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) sorgt dafür, dass die jungen Patienten von zuhause aus behandelt werden können. Das wird mit den Eltern gemeinsam gemacht und der zeitliche Behandlungsaufwand bleibt überschaubar“, so Martin Pfister vom High-Tech Gründerfonds. Thomas Schäfer von der SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft, der den TGFS im Raum Dresden vertritt, ergänzt: „Neben den Kindern und Eltern profitieren auch die Augenärzte von der neuen Behandlungsmethode. Das ist eine notwendige Voraussetzung, um das Produkt erfolgreich im Markt einzuführen.“
Quelle: Pressemitteilung der High-Tech Gründerfonds Management GmbH vom 13.1.11
