Biotech Netzwerk Sachsen

24.01.2011

Leipziger Biotechnologie-Institut koordiniert EU-Projekt

Zum 1. März 2011 hat das Sächsische Institut für Angewandte Biotechnologie e.V. an der Universität Leipzig (SIAB) bei der Ausschreibung "Industrial biotechnology for Europe" (ERA IB) den Zuschlag für ein dreijähriges EU-Projekt bekommen. Das SIAB ist Koordinator des Verbundvorhabens, an dem insgesamt sieben Partner aus Deutschland, Finnland, den Niederlanden, Portugal und Rumänien beteiligt sind.

Dabei werden Verfahren entwickelt, Reststoffe aus Pflanzenbiomasse zu Wertstoffen zu veredeln. So wird beispielsweise Weizenstroh erstmals mit Hilfe von Enzymen so verändert, dass wertvolles Ethanol und Grundchemikalien gewonnen werden können. Auf diese Weise muss nicht mehr die Weizenstärke für die Bioethanolgewinnung genutzt werden und steht wieder der Ernährung zur Verfügung. Auch der bislang nicht verwertbare Holzstoff (Lignin) kann dank eines neuen Verfahrens veredelt werden und dient zur Gewinnung von Biopolymeren sowie aromatischer Grundchemikalien, die unter anderem für die Herstellung von Kunststoffen und Medikamenten benötigt werden.

Das Fördervolumen Verbundvorhabens, das von dem geschäftsführenden Direktor des SIAB, Prof. Christian Wilhelm und Projektleiter Dr. Gerhard Kerns koordiniert wird, beläuft sich auf etwa 2 Millionen Euro, der Förderanteil des SIAB auf 310.000 Euro. Das Geld kommt jeweils aus den beteiligten Ländern, die Fördersumme für das SIAB vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Da das Projekt Teil des EU-Forschungsnetzwerks ist, können die Länder bei der Finanzierung des Vorhabens auf EU-Mittel zurückgreifen.

Die Aufgaben des neuen Projektvorhabens beinhalten im Wesentlichen den Aufschluss des Strohs für die Verzuckerung und Vergärung der Cellulose zu Ethanol und die stoffliche Verwertung der Holzstofffraktion. Die Herstellung von Bauteilen und Werkstoffen aus ehemaligen Holzabfällen erfolgt ähnlich wie in der Kunststofftechnologie mit einem Spritzgussverfahren. Eine Forschungsaufgabe des Verbundvorhabens besteht darin, die für Holzstoffe typischen störenden Geruchsstoffe soweit zu reduzieren, dass sie den Herstellerrichtlinien für Kunststoffe genügen, und der Geruch von den Verbrauchern nicht mehr als unangenehm wahrgenommen wird.

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Quelle: Pressemeldung der Universität Leipzig 2011/005

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